Geschichte des Zürcher Zunftwesens
Constaffel und Zünfte regieren Zürich
Nach der Brunschen Zunftverfassung stellten die 13 Zünfte mit ihren (amtierenden) Zunftmeistern neu die eine Hälfte des kleinen Rates. Die alten Ritter, Edelleute und die Brun treugebliebenen Grosskaufleute vereinte er in der vornehmen Gesellschaft der «Constaffel». Sie bildeten die Kavallerie, waren für den persönlichen Schutz des Bürgermeisters verantwortlich und schickten 13 Vertreter in den Rat. Zusammen mit dem Vorsitzenden Brun – welcher ebenfalls der Constaffel angehörte – besassen sie immer die Mehrheit.
Neben dem Kleinen Rat gab es noch den Grossen Rat, den sogenannten Rat der 200. Dieser setzte sich aus den zwei Zunftmeistern und Vertretern der Gesellschaft zur Constaffel und der Zünfte zusammen (jede Zunft hatte zwei Zunftmeister, welche sich halbjährlich im Amt ablösten). Die Gesellschaft zur Constaffel hatte 18 und jede Zunft 12 Delegierte; dazu von jeder Zunft zwei Zunftmeister und von der Gesellschaft zur Constaffel vier Constaffelherren. Ein Sitz war wiederum vom Bürgermeister besetzt. Die restlichen Sitze gingen an vom Rat selbst zugewählte Bürger.
Nur den Mitgliedern im Rat waren die wichtigsten Posten z. B. Landvogt usw. vorbehalten. Daneben gab es die sogenannten «Gemeinen Bürgerlichen Ämter und Dienste», die an einfache Stadtbürger vergeben wurden, wie Nachtwächter, Brunnenmeister, Stadtimker, Stadttrompeter, Uhrenrichter usw.
