Zunftportraits
Kurzbeschrieb der Zunft zum Widder
| Berufe | «Metzier, und die Vich und Rinder uff dem Lande kouffend, und zu den Metzien trybent» |
| Gründung | 1336 |
| Hintergrund | Die Zunft zum Widder war eine der wenigen Zünfte, welche eine kleine, geschlossene Berufsgruppe abdeckte, nämlich diejenige der Metzger und Viehhändler. Bereits Jahrzehnte vor der Zürcher Zunftverfassung arbeiteten die Viehhändler und Metzger in der städtischen Metzg beim Rathaus zusammen. Die Metzg wurde von der Stadt später mehrmals vergrössert und wies schliesslich insgesamt 38 Bänke aus. 1862 wurde die Fleischhalle an die Rathauswache angebaut und 1962 wieder abgerissen. Die Zunft zum Widder ist stolz darauf, dass noch heute rund ein Fünftel aller Zünfter im angestammten Beruf tätig ist. Nach der Sage verteidigten die Metzger die Brun' sche Zunftverfassung in der Mordnacht vom 23. Februar 1350 durch ihr entscheidendes Eingreifen. Als Dank erhielten sie vom Zürcher Rat den "Isengrind" geschenkt, einen Halblöwen auf einer Stange, als Ausdruck des bewiesenen Mutes, sowie das Recht zugesprochen, jeweils am Aschermittwoch auf den Lindenhof zu ziehen und dabei nebst Isengrind und Banner einen Bären mitzuführen, Sinnbild "des an der Kette gefangenen Feindes". Ausserdem durften sie als Schildfarbe ihres Banners das Weiss und Blau der Stadtfarben verwenden. 1401 erwarben die Metzger eine neue Trinkstube, das Haus "zum Widder" an der Ecke Rennweg/Widdergasse und nannten sich fortan Zunft zum Widder. |
| Wappen | Blasonierung: In Blau ein aufgerichteter silberner, goldbewehrter Widder mit einem silbernen, goldgestielten Metzgerbeil zwischen den Vorderfüssen. Das Wappentier und der Name der Zunft wurden vom Namen des Zunfthauses übernommen, dem Haus «zum Widder». Die Farben des Banners (analog der Stadt Zürich) waren ein Privileg, welches der Zunft wegen ihres heldenhaften Einsatzes in der Mordnacht von Zürich (siehe Rubrik «Hintergrund») eingeräumt wurde. |
| Besonderheiten | 1959 wurde ein Jahrhunderte alter Brauch wieder aufgenommen, die St. Petersfahrt, welche jedes Jahr Ende Januar/anfangs Februar stattfindet. Die St. Petersfahrt ist ein Umzug zur St. Peter-Hofstatt, wo bei Rede und Gegenrede dem Pfarrer ein veritabler Schinken überreicht wird. Der Pfarrer seinerseits erwidert das Geschenk mit 101 «Fasnachtschüechli». Die St. Petersfahrt ist eine der Wurzeln des uns heute bekannten Sechseläutens. |
| Umzugssujet | Die Zunft zum Widder präsentiert sich einheitlich gekleidet - unter beeindruckender Marschdisziplin- mit geschulterten Metzgerbeilen in ihrer Handwerkstracht (Ende 19. Jahrhundert). Mit Stolz werden auch die unter der Rubrik "Hintergrund" beschriebenen Ehrenzeichen Bär, Isengrind und Banner mitgeführt. Vom und um den Wagen mit dem Modell der Fleischhalle werden eigens für dieses Fest hergestellte Würste an die Zuschauer verteilt. Keine Reitergruppe. |
| Zunftmeister |
(seit 2008) Dr. iur. Christian Rahn Kontakt aufnehmen |
| Homepage | www.zunft-widder.ch |
| Zunftspiel | Harmonie Schlieren www.mhs-schlieren.ch |
| Zunfthaus |
Widder Hotel Rennweg 7 8001 Zürich Tel G 044 224 25 26 Fax G 044 224 24 24 Kontakt aufnehmen |
