Zunftportraits

Kurzbeschrieb der Zunft zum Weggen

Berufe «Pfister (Bäcker) und Mueller»
Gründung 1336
Hintergrund Zunftintern unterschied man klar zwischen Handwerksinnung und der mit politischen Rechten ausgerüsteten Zunft. In Handwerksangelegenheiten waren die Pfister und Müller von jeher getrennt; in politischen Dingen aber waren sie als sogenannte «gespaltene Zunft» miteinander verbunden. Dabei stellten die Pfister jeweils doppelt so viele Ratsmitglieder und Soldaten wie die Müller. Die Pfister teilten sich in «Fogenzer», d. h. solche, denen die Kunden ihr eigenes Mehl zum Verbacken brachten und «Feiler», welche Brot aus selbst gekauftem Mehl lieferten. Die Geschichte der Zunft zum Weggen im alten Zürich ist geprägt vom immerwährenden Kampf um ein redliches Brotgewicht. Nach einem Erlass von 1429 mussten die Mitglieder zu diesem Punkt sogar einen Eid ablegen; «Und wer dawider tut, den wellend unser herren strofen». Dieser Eid war eine zürcherische Eigenart. Auch heute gehören dem Weggen noch rund dreissig gelernte Bäcker und Müller an. Der Name «zum Weggen» geht auf das Hauszeichen am früheren Zunfthaus zurück.
Wappen Blasonierung: In Blau ein vierspeichiges goldenes Mühlrad überdeckt von einem schräggestellten goldenen Weggen.
Besonderheiten Zum Andenken an Karl den Grossen werfen die Bäckergesellen am Sechseläuten um 11.00 Uhr beim Grossmünsterplatz Semmeli an die Zürcher Jugend aus, begleitet durch die Klänge der Zunftmusik. Es handelt sich dabei um einen Jahrhunderte alten Brauch welcher vom Chorherrenstift des Grossmünsters ausging.
Umzugssujet Bäcker in schlichter, weisser Arbeitskleidung (18. Jahrhundert), auf dem die Spuren von Mehl nicht zu sehen sind. Vom Backofenwagen werden am Umzug rund 10'000 Semmeli in die Zuschauermenge geworfen.
Zunftmeister (seit 2009)
Christian A. Städeli
Kontakt aufnehmen
Homepage www.weggenzunft.ch
Zunftspiel Fraktion Stadtmusik www.stadtmusik.ch
Zunfthaus Restaurant Weisser Wind
Oberdorfstrasse 20
8001 Zürich
Tel G 044 251 18 45
Fax G 044 251 18 43