Zunftportraits
Kurzbeschrieb der Zunft zur Waag
| Berufe | «Wollenwaeber, Wollenschlager, Grätucher (Grautucher) und Hutter (Hutmacher). Lyniwaeber, Lynwadter (Leinwandhändler) und Bleycher (Bleicher)» |
| Gründung | 1440 |
| Hintergrund | Für die damaligen beiden Textilzünfte kamen bald nach dem Tod von Bürgermeister Brun schwere Zeiten. Das durch den Bund mit den Eidgenossen gespannte Verhältnis zu Österreich hatte ihren bisherigen, traditionellen Abnehmerkreis verkleinert, ohne beim neuen Verbündeten neue, gleichwertige Märkte zu erschliessen. Der alte Zürichkrieg, der vierzehn Jahre dauerte, brachte die Wirtschaft der Stadt in katastrophale Schwierigkeiten; die gesamte Ausfuhr von Gütern erlahmte. So erstaunt es kaum, dass die Zahl der Wollen- und Leinenweber noch stärker zurückging als die Gesamtbevölkerung, welche sich von 1350 bis 1460 von 7'000 auf 5'000 Einwohner reduzierte. 1440 fanden die «Wollenen» samt den Hutmachern Unterschlupf bei den Leinenwebern, und seit diesem Zeitpunkt nennen sich die so zu einer Zunft vereinigten Handwerker nach ihrer Trinkstube am Münsterhof «zur Waag». Von der wirtschaftlichen Einbussen jener Zeit hat sich die Zunft nie mehr ganz erholen können. Ihre politische Bedeutung - ausser als Wahlkollegium - blieb gering; nur in Ausnahmefällen wurde sie, wie übrigens viele andere auch, um ihre Meinung gefragt. Ihre Hauptaufgabe bestand in gewerbetechnischen Funktionen und hier vor allem in der Wahrung des Qualitätsprinzips. Name und Wappen der Zunft, welche (erst) seit Mitte des 17. Jahrhunderts geführt werden, gehen auf das von den Leinenwebern 1385 erworbene Haus «zur Waag» (früher offenbar eine Apotheke) am Münsterhof zurück, in das nach der Fusion der beiden Zünfte 1440 auch die Wollweber einzogen. |
| Wappen | Blasonierung: In Blau eine goldene Waage mit schrägem Balken. Das Wappen geht auf das Zunfthaus zurück; siehe Rubrik «Hintergrund». |
| Besonderheiten | Alle paar Jahre findet ein sogenannter «Sideleritt» statt. Die Waagzünfter «reiten» nachts auf ausrangierten Stühlen ihres Zunftlokals quer über den Münsterhof zur Meisen (bzw. alternierend auch umgekehrt), in deren Zunftstube sich die beiden Zunftmeister ein Rededuell liefern. |
| Umzugssujet | Der Hauptharst der Waag-Zünfter stellt Hutmacher zur Zeit des Biedermeiers dar (1815 -- 1848). Die «Bleicher», dargestellt von den Jungzünftern, erkennt man an ihren roten Jacken, der senfgelben Hose und dem Dreispitz. Die Zunft zur Waag führt nebst dem Webstuhlwagen auch die «Gigampfi-Wasserstampfi», die allereinfälltigste Wasserschöpfvorrichtung, mit. Die Bleicher brauchten diese, um Wasser vom See in ihre Bleichen zu schöpfen. Keine Reitergruppe. |
| Zunftmeister |
(seit 2007) René Kalt Kontakt aufnehmen |
| Homepage | www.waag.ch |
| Zunftspiel | Stadtmusik Eintracht Zürich www.stadtmusik-eintracht.ch |
| Zunfthaus |
Zunfthaus zur Waag Münsterhof 8 8001 Zürich Tel G 044 216 99 66 Fax G 044 216 99 67 Kontakt aufnehmen |
